Eine andere Party ist nötig!

Die Jusos Berlin werden ihrem Ruf mal wieder gerecht. Auf der Landesdelegiertenkonferenz beschlossen die Jungsozialist_innen ein Papier aus dem Kreisverband Nordost, welches in ungewöhnlicher Deutlichkeit die aktuellen Formen des deutschen Nationalismus offen legt und kritisiert.

Der 9. November solle nicht nationalisiert werden. Dieser Tag gilt dem Gedenken an die Reichspogromnacht, so das Papier unmissverständlich. Interessant wird die Debtte auf dem Bundeskongress im Juni, gerade bei jenen Landesverbänden, die sich mit Landesfarben, Wimpeln und lokalpatriotischer Folklore identifizieren.

Das Papier ist abzurufen unter: http://www2.jusosberlin.de/uploads/antragsbuch_ldk_1_2009.pdf (S. 68-69)

*Das vollständige Beschlussbuch erscheint in der kommenden Woche.


22 Antworten auf “Eine andere Party ist nötig!”


  1. 1 Chaperone 08. April 2009 um 0:36 Uhr

    Was ham den Sozen gegen den Mauerfall? DDR-Nostalgie?

  2. 2 Administrator 08. April 2009 um 0:57 Uhr

    Es ist vielleicht ein Zufall, dass am 9. November die verschiedensten historischen Ereignisse stattgefunden haben, aber sicherlich kein Zufall, dass an diesem Tag das große nationale Besäufnis stattfindet.

  3. 3 Chaperone 08. April 2009 um 12:01 Uhr

    Besäufnis? Is da wieder FussballWM ;-)

    Nee, mal ernsthaft. 20 Jahre Mauerfall ist doch positiv. Warum sollte man den Mut der jungen Menschen im Osten nicht feiern? Das eine hat doch mit dem andern nix zu tun.

  4. 4 tee 08. April 2009 um 12:34 Uhr

    welcher mut denn nur? und was genau ist positiv?

  5. 5 Administrator 08. April 2009 um 13:59 Uhr

    ich denke auch, dass der miefig-peiefige mangelsozialismus der ddr zum scheitern verurteilt war.

    dies wird von der brd genutzt, um sich als sieger über zwei totalitäre diktaturen zu bezeichnen und damit ihre geschichtsarbeit zu entsorgen bzw. dies für sich nutzbar zu machen. das neue geläuterte deutschland wird im superjahr 09 gefeiert.

    ja, wo ist eigentlich der mut?

  6. 6 tee 08. April 2009 um 16:50 Uhr

    mangelsozialismus

    aber nun hast du freien zugriff auf alle waren, die dir belieben, oder wie?! woran mangelte es dir denn?

  7. 7 Administrator 08. April 2009 um 17:15 Uhr

    bananen und zitrusfrüchte!!

    das im kapitalismus viele waren angeboten werden, nicht aber alle nachgefragt werden können, ist ja keine neue erkenntnis, aber ich habe zumindest die freiheit, mich für ein macbook oder na stereoanlage totzuschuften.

    man sollte jetzt nicht die ddr in einem falschen sozialismus-verständnis positiv verklären. sozialismus heißt doch nicht, alle gehen in die fabrik, heute gibt es birnen und morgen äpfel. wie langweilig oder?

  8. 8 tee 08. April 2009 um 18:04 Uhr

    omg, hast du ein verständnis des „real existierenden sozialismus“.

    was ich ausdrücken wollte war, dass die leute in der real existierenden demokratie ja nichtmal die freiheit haben sich für dieses oder jenes totzuschuften. die allermeisten leute haben schlicht keinen zugriff auf all die waren, weil ihnen das geld (und eben auch die möglichkeit welches zu verdienen) dafür fehlt. verdammt zynisch, auch noch hochzuhalten dass man ja all die tollen sachen haben KÖNNTE! es mangelt den leuten hier schlicht an geld, nicht an bananen und zitrusfrüchten. scheiss mangeldemokratie!
    um meinen einwand auf einen satz zu bringen:

    man sollte jetzt nicht die ddr in einem falschen sozialismus-verständnis negativ verklären.

  9. 9 Chaperone 08. April 2009 um 22:30 Uhr

    Welcher Mut? Na ihr seid mir ja zwei Nasen. Kleine BRD-Wohlstandskinder ;-) In ner Diktatur auf die Straße geh‘n, für sein Recht auf Meinungsfreiheit einzustehn, und nich wissen ob Stasi oder Bullerei einem eins überbraten, oder deine Existenz zerstören – dat is Mut! Heute kann doch jeder auf ne Demo gehn.

    Von DDR habt ihr kein‘ Schimmer. Als ob Bananen wichtig wären!? Meinungsfreiheit, Reisefreiheit, Berufsfreiheit! Wer hatte das im DDRScheisstaat? Kein Wunder, dass alle Freidenker rübermachen wollten…

  10. 10 Administrator 08. April 2009 um 22:49 Uhr

    ich bin ossi, muss man aber nicht stolz drauf sein :-)

  11. 11 tee 09. April 2009 um 1:45 Uhr

    haha, „freiheit“. das einzige was ich da gelten lasse, ist die reisefreiheit. die ist tatsächlich halbwegs gegeben. allgemein gilt: der staat billigt dir immer nur die „freiheit“ zu, soweit er sich davon nicht bedroht sieht. in der brd hast du also mehr auslauf in deinen stall, toll!

    ich glaub du hast keine ahnung von der ddr, chaperone. was du hier wiedergibst, ist doch nur die westliche standard-propaganda, mehr nicht. wie kommst du auf die idee, dass „alle“ „freidenker“ rübermachen wollten? und dass man in der ddr keine freie berufswahl hatte? im gegenteil, in der brd wird im schulsystem doch viel härter aussortiert.

    und von welcher diktatur redest du, von der „diktatur des proletariats“?

    Heute kann doch jeder auf ne Demo gehn.

    klar. und eins übergebraten und die existenz zerstört bekommen. zugegeben, in der ddr war das wesentlich härter, du tust aber so als gäbe es das in der brd nicht. und wenn du unbedingt vergleichen willst, so könnte ich dagegen die medizinische und soziale absicherung nennen, kindergartenplätze umsonst, keine obdachlosigkeit und mehr als erschwingliche (grund)nahrungsmittel.

    was ich damit sagen will – jedes dieser scheissysteme hat(te) seine guten und vor allem schlechten seiten. die ddr aufgrund einiger herausgepickter eigenschaften als das böse an sich (und im gegenzug die brd als einen tauglichen staat) hinzustellen ist verkehrt.

  12. 12 tee 09. April 2009 um 1:57 Uhr

    noch ein schönes beispiel was mir einfiel:

    1989 strich die Volkskammer der DDR ihre gegen Homosexualität gerichtete Sondergesetzgebung (§ 151) ersatzlos, das Schutzalter lag also wie bei Heterosexuellen bei 14 Jahren. Dieses Schutzalter war in den neuen Bundesländern bis zum 9. März 1994 rechtswirksam, zeitgleich existierte in den alten Bundesländern ein Schutzalter von 18 Jahren nach § 175.

    Der Deutsche Bundestag vereinheitlichte 1994 durch Aufhebung des § 175 das Schutzalter für Homo- und Heterosexuelle auf 14/16 Jahre im Zuge der Rechtsangleichung nach der deutschen Wiedervereinigung. (wikipedia)

    eine ausnahme natürlich, denn die meisten positiven seiten der ddr (im vergleich zur brd) übernahm die brd natürlich nicht.

  13. 13 inkognitee 09. April 2009 um 2:25 Uhr

    schau mal bitte in dein spam karma und schalte einen der beiden frei.

  14. 14 Chaperone 09. April 2009 um 9:53 Uhr

    @ tee

    Nach dieser „war ja nich allet schlecht“-Logik müssteste ja auch das „Dritte Reich“ schön reden. Da gabs ja auch die Solidarität der Volksgemeinschaft, hübsche KdF-Reisen nach Norwegen, jede Menge Schnäppchen von den plötzlich verschwundenen jüdischen Nachbarn, und sogar den frisch eingeführten Tag der Arbeit! Ganz zu schweigen von den tollen Autobahnen, dem Volksempfänger für jedermann und dem Volkswagen.
    Sorry, aber dieses Beispiel beweist, dass Deine Argumentation pervers ist.

    In der DDR gab es „Freiheit“ nur für Angepasste. Wenn Du heute keinen Bock auf diesen Staat hast, dann kannste raus gehen und brüllen „Scheiss BRD“. Du kannst auch abhauen! Du kannst Dich in ner linken antikapitalistischen Initiative organisieren. Und selbst wenn Du keinen Bock auf Arbeit hast, bekommste immer noch Hartz4.

    Allein die Tatsache, dass wir hier offen diskutieren können, zeigt doch schon, dass die BRD unendlich viel freiheitlicher ist als die DDR-Diktatur. Klar – hier is nich alles toll. Aber wer den Fortschritt zum DDRSystem nich sieht, der muss mAn blind sein.

  15. 15 Chaperone 09. April 2009 um 9:56 Uhr

    achja, und was die vermeintlich „freie Berufswahl“ in der DDR anging: wenn Du einmal Dein Maul aufgemacht hast und den perversen Pseudosozialismus dort kritisiert hast, dann warste höchstens noch so „frei“ Fahrkartenverkäufer in Angermünde zu werden. Die DDR-Bonzen haben die Menschen ganz massiv in ihrer Berufswahl eingeschränkt. Heute kannste auch linksradikal sein, und trotzdem Anwalt, Arzt, oder Journalist werden.

  16. 16 tee 09. April 2009 um 16:16 Uhr

    ja klar, deswegen gehen kommunisten ja auch immer so offen mit ihrer politischen einstellung um. die haben ja überhaupt nichts zu befürchten im rechtsstaat!

  17. 17 tee 09. April 2009 um 16:33 Uhr

    und ich betonte ja, dass du aufgrund einer bestimmten eigenschaft vergleichst – hier der meinungsfreiheit z.b.. vergleiche ich anhand einer anderen eigenschaft, sieht es wieder ganz anders aus. drum ist solch ein vergleich auch für‘n arsch. (und es gibt tatsächlich viele menschen, denen ist die meinungsfreiheit eher egal, wenn’s um’s essen und wohnen geht, um die sicherheit ihrer kinder usw. usf.)

    und dein nazivergleich: du hast nicht kapiert dass es eben nicht um’s schönreden geht – sondern um’s schlechtreden. und das machst du bei der ddr anhand eines oder mehrerer merkmale, die du dir gerade ausgesucht hast. das kann ich mit der brd (bzw. dem kapitalistischen system) auch machen.

    In der DDR gab es „Freiheit“ nur für Angepasste. Wenn Du heute keinen Bock auf diesen Staat hast, dann kannste raus gehen und brüllen „Scheiss BRD“. Du kannst auch abhauen! Du kannst Dich in ner linken antikapitalistischen Initiative organisieren. Und selbst wenn Du keinen Bock auf Arbeit hast, bekommste immer noch Hartz4.

    und wenn ich keinen bock auf arbeit habe, bekomme ich eben kein hartz4. aber du hast wahrscheinlich noch nie eine eingliederungsvereinbarung gesehen.

    halte doch nicht das schlechte in der brd gegen das noch schlechtere der ddr hoch. wenn etwas scheisse ist, dann sollte man das auch benennen. und wenn man dennoch vergleichen will, so doch objektiv, nicht nach dem was dir gerade wichtig ist.

    und zum nazivergleich – wie gesagt, ich rede ja nicht schön. ich will nur nicht dass etwas, was doch in ordnung geht, hinterher aus ideologischen gründen schlecht geredet wird. und die ddr mit nazideutschland vergleichen ist ebenso „pervers“, also lass es.

  18. 18 inkognitee 09. April 2009 um 16:39 Uhr

    SCHEISS BRD!!!

    (und scheiss spam karma)

  19. 19 inkognitee 09. April 2009 um 16:42 Uhr

    und ich betonte ja, dass du aufgrund einer bestimmten eigenschaft vergleichst – hier der meinungsfreiheit z.b.. vergleiche ich anhand einer anderen eigenschaft, sieht es wieder ganz anders aus. drum ist solch ein vergleich auch für‘n arsch. (und es gibt tatsächlich viele menschen, denen ist die meinungsfreiheit eher egal, wenn’s um’s essen und wohnen geht, um die sicherheit ihrer kinder usw. usf.)

    In der DDR gab es „Freiheit“ nur für Angepasste. Wenn Du heute keinen Bock auf diesen Staat hast, dann kannste raus gehen und brüllen „Scheiss BRD“. Du kannst auch abhauen! Du kannst Dich in ner linken antikapitalistischen Initiative organisieren. Und selbst wenn Du keinen Bock auf Arbeit hast, bekommste immer noch Hartz4.

    und wenn ich keinen bock auf arbeit habe, bekomme ich eben kein hartz4. aber du hast wahrscheinlich noch nie eine eingliederungsvereinbarung gesehen.

    halte doch nicht das schlechte in der brd gegen das noch schlechtere der ddr hoch. wenn etwas scheisse ist, dann sollte man das auch benennen. und wenn man dennoch vergleichen will, so doch objektiv, nicht nach dem was dir gerade wichtig ist.

    und zum nazivergleich – ich rede ja nicht schön. ich will nur nicht dass etwas, was doch realpolitischerweise in ordnung geht, hinterher aus ideologischen gründen schlecht geredet wird. und die ddr mit nazideutschland vergleichen ist ebenso „pervers“, also lass es.

  20. 20 Chaperone 09. April 2009 um 18:14 Uhr

    Ein Vergleich NS – DDR ist in der Tat pervers. Der NS hat Ungleich mehr Leid und Elend über die Menschen gebracht. Angriffskrieg und Völkermord waren glücklicherweise keine Kategorien, in denen die DDR dachte.

    Hab ich auch nicht. Aber ich glaub dir gerne, dass das Leben für Hartzer kein Zuckerschlecken ist. Ich glaub‘ allerdings auch, dass es für die große Mehrheit der Menschen in diesem Lande weiterhin möglich ist, ein menschenwürdiges Leben zu führen.

    Der Unterschied besteht einfach darin, dass es in der Demokratie möglich ist, Dinge zu ändern. Hartz4 kann abgeschafft werden. Reichtum kann umverteilt werden. Die Meinungsfreiheit – die gab’s erst als die DDR kollabiert ist. Die war nämlich inkompatibel mit dem DDR-System.

  21. 21 inkognitee 09. April 2009 um 21:14 Uhr

    hartz4 kann abgeschafft werden? erzähl das einfach mal den „mutigen“ leuten, die damals zu hunderttausenden auf den strassen waren und durch ihre erfahrungen mit der „friedlichen revolution“ ’89 dachten etwas bewegen zu können. heute füllen sie folgeanträge aus, werden in miese 1-€-jobs gezwungen und holen ihr essen teilweise bei der tafel. die vielen schönen dinge der freien marktwirtschaft können sie sich nicht leisten, zynische „freiheit“ ist das.

    und reichtum kann auch nicht grundlegend umverteilt werden. dazu bräuchte es eine umverteilung der produktionsmittel, mit denen und der ware arbeitskraft, die die proletarier ja gezwungen sind zu verkaufen, die eigentümer aus ihrem geld mehr geld machen und gerade den von den lohnarbeitern erwirtschafteten mehrwert kassieren. aber dank restriktivem streikrecht und einer hervorrragend ausgebildeten und ausgestatteten polizei, welche das eigentum mit gewalt verteidigt, sind ja nichtmal ordentliche lohnkämpfe zu haben. dieses eigentum an produktionsmitteln und damit die struktur, die die leute arm hält, hält der staat brd ja aufrecht. und das soll gut sein? glaub ich nicht.

  22. 22 inkognitee 09. April 2009 um 21:30 Uhr

    Ich glaub‘ allerdings auch, dass es für die große Mehrheit der Menschen in diesem Lande weiterhin möglich ist, ein menschenwürdiges Leben zu führen.

    zum einen wird vom staat festgelegt, was die menschenwürde/menschenwürdig ist und was nicht. und auch noch ziemlich willkürlich. zum anderen liegt der alg2-satz unter der armutsgrenze. arm sein heisst also scheinbar nichts in diesem staat, denn menschenwürdig ist es ja sich nicht das gesunde essen und wohnungen leisten zu können. dass viele sich nicht mehr die medizinische grundversorgung leisten können, ist auch menschenwürdig. arm und am leiden, aber „immerhin“ mit (menschen)würde!

    und zu deiner so vielbeschworenen „meinungsfreiheit“ bin ich leider zu faul dir richtig zu erklären, warum auch die für‘n arsch ist. (hatte ich ja eigentlich schon, weil sie eben nur soweit reicht, wie der staat dich von der leine lässt und du ihm bzw. dem eigentum nicht gefährlich wirst. rufst du dazu auf sich nahrungsmittel oder gar produktionsmittel anzueignen („umverteilen“), packt dich der staat schon mit seiner ganzen härte, keine angst. was glaubst du machst der staatsschutz den ganzen tag, wenn er die „freiheitlich-demokratische grundordnung“ schützt? hauptsächlich das eigentum schützen und leuten, die anderer meinung sind das maul stopfen. mit rechtsstaatlichen mitteln freilich.
    klar war das in der ddr viel schlimmer, aber wie gesagt ist das zum einen nur ein punkt und zum zweiten noch lange kein grund die brd zu loben, nur weil es woanders schlimmer war. denn was schlimmeres, um das momentan verkehrte zu rechtfertigen, findest du immer.

Die Kommentarfunktion wurde für diesen Beitrag deaktiviert.